Geschichtlicher Hintergrund
In den vorwiegend bäuerlichen Grossfamilien der vorindustriellen Gesellschaft trugen Frau und Mann in Haus und Hof gleichermassen zum Einkommen bei.
Mit der Industrialisierung Ende des 18. Jahrhunderts änderte sich die Familienstruktur tiefgreifend. Die Erwerbstätigkeit ausser Haus brachte neue Verdienstmöglichkeiten, und es kam zur Trennung zwischen Hausarbeit und Erwerbstätigkeit.
Damit entstanden neue soziale Schichten. Schlecht bezahlte Fabrikarbeit zwang zu Arbeit ausser Haus für Mann und Frau.
Eine besser bezahlte Arbeit versprach sozialen Aufstieg und führte zu einer veränderten Geschlechterrolle. Der Mann wurde zum alleinigen Ernährer. Dabei wurde der Frau die Hausarbeit zugewiesen.
Ein Aufstieg in der bürgerlichen Kleinfamilie bedeutete, dass die Frau nicht mehr ausser Haus zu arbeiten hatte.
Jahrzehnte vergingen, bis sich die Frau aus dieser Rolle befreien konnte. Dabei hatte sie einige Widerstände zu überwinden. Nicht alle Frauen der gehobenen Schichten beugten sie sich dem bürgerlichen Familienideal und fanden Wege, sich ausser Haus zu betätigen (Kunst, Wissenschaft, Gemeinnützigkeit).
Noch heute bestehen Lohnungleichheiten in gewissen Berufen zwischen Mann und Frau bei gleicher Arbeit.